Zusammenarbeit mit professionellen Übersetzern
Rosetta generiert maschinelle Übersetzungen, aber einige Projekte erfordern eine menschliche Überprüfung — regulatorische Inhalte, markensensible Texte oder kritische Benutzeroberflächen. Der XLIFF-Arbeitsablauf ermöglicht es Ihnen, Übersetzungen für eine professionelle Überprüfung zu exportieren und sie nahtlos wieder zu importieren.
Was ist XLIFF?
XLIFF (XML Localization Interchange File Format) ist das branchenübliche Austauschformat für Übersetzungswerkzeuge. Jedes professionelle CAT-Tool (Computer-Assisted Translation) unterstützt es:
- memoQ — XLIFF importieren, im Kontext überprüfen, überprüfte Datei exportieren
- SDL Trados Studio — native XLIFF-Unterstützung
- Phrase (Memsource) — XLIFF-Aufträge für Übersetzerteams hochladen
- Smartling — XLIFF-Import-Pipeline
- OmegaT — kostenloses/Open-Source-CAT-Tool mit XLIFF-Unterstützung
Rosetta generiert XLIFF 1.2 (die universell unterstützte Version) anstelle von 2.0+, um eine maximale Werkzeugkompatibilität zu gewährleisten.
Der Arbeitsablauf
Schritt 1: Maschinelle Übersetzungen generieren
Führen Sie zunächst sync aus, um eine maschinelle Basisübersetzung zu erhalten:
i18n-rosetta sync
Schritt 2: XLIFF exportieren
Exportieren Sie das Paar aus Ausgangs- und Zielsprache als XLIFF:
i18n-rosetta xliff export --locale fr
Dies schreibt .rosetta/xliff/fr.xliff mit folgendem Inhalt:
- Jeder Quellschlüssel mit seinem englischen Wert
- Die aktuelle maschinelle Übersetzung (falls vorhanden) als
<target> - Schlüssel ohne Übersetzungen, markiert als
state="new"
<trans-unit id="hero.title" xml:space="preserve">
<source>Welcome to our platform</source>
<target state="translated">Bienvenue sur notre plateforme</target>
</trans-unit>
Schritt 3: An den Übersetzer senden
Senden Sie die Datei .xliff an Ihren Übersetzer oder laden Sie sie auf Ihre CAT-Plattform hoch. Der Übersetzer sieht Ausgangs- und Zieltext nebeneinander und kann:
- Maschinelle Übersetzungen bearbeiten
- Fehlende Übersetzungen ergänzen
- Qualitätsprobleme markieren
- Sein eigenes Translation Memory und seine eigenen Terminologiedatenbanken anwenden
Schritt 4: Überprüfte Datei importieren
Wenn der Übersetzer die überprüfte .xliff zurücksendet, importieren Sie diese:
# Preview what will change
i18n-rosetta xliff import .rosetta/xliff/fr.xliff --dry
# Apply changes
i18n-rosetta xliff import .rosetta/xliff/fr.xliff
Ausgabe:
✓ Imported 142 translations for fr
Updated: 23 (changed from existing)
Added: 0 (new keys)
Unchanged: 119
Written to: locales/fr.json
Schritt 5: Lücken füllen
Wenn nach dem XLIFF-Export neue Schlüssel hinzugefügt wurden, führen Sie sync aus, um diese zu übersetzen:
i18n-rosetta sync
Rosetta übersetzt nur Schlüssel, die noch fehlen — überprüfte Übersetzungen aus dem XLIFF-Import bleiben erhalten.
Tipps
Benutzerdefinierte Pfade exportieren
# Export to a specific directory
i18n-rosetta xliff export --locale ja --out ./for-review/
# Export with a specific filename
i18n-rosetta xliff export --locale de --out ./review/german.xliff
Mehrere Gebietsschemas
Exportieren Sie jedes Gebietsschema separat:
for locale in fr de ja ko; do
i18n-rosetta xliff export --locale $locale
done
Versionskontrolle
Fügen Sie .rosetta/xliff/ zu .gitignore hinzu — XLIFF-Dateien sind temporäre Artefakte, kein Projektquellcode:
.rosetta/xliff/
Wann Sie XLIFF anstelle von nur sync verwenden sollten
| Szenario | Empfehlung |
|---|---|
| Interne App, 90%+ Qualität akzeptabel | Nur sync — maschinelle Übersetzung ist ausreichend |
| Benutzerorientierte Marketingtexte | XLIFF für menschliche Überprüfung exportieren |
| Rechtliche/regulatorische Inhalte | XLIFF exportieren — menschliche Überprüfung erforderlich |
| 50+ Gebietsschemas, knappe Frist | Zuerst sync, XLIFF-Export nur für die Top-5-Gebietsschemas |
| Übersetzer verwendet bereits ein CAT-Tool | XLIFF ist das natürliche Übergabeformat |
Siehe auch
- CLI-Referenz — xliff — Befehlsreferenz
- Translation Memory — Zwischenspeicherung überprüfter Übersetzungen
- Übersetzungsmethoden — Optionen für maschinelle Übersetzungen